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Die Arbeit mit Amoniak ist echt ätzend

16.07.2008

Eine besonders umsichtige Vorgehensweise hat der Einsatz der Verler Feuerwehrleute am Montagabend beim Wurstwaren-Hersteller Astro in Sürenheide erfordert. In einer Räucherkammer war das ätzende Gift Ammoniak ausgetreten – glücklicherweise nur als Simulation im Rahmen einer Übung.

Verl (ebb). Keiner wusste wo und wie viele Leckagen es gab. Zudem galt ein Firmenmitarbeiter in einer Rauchkammer als vermisst. Nach der Alarmierung um 19.53 Uhr war Eile geboten. Mit Blaulicht und Martinshorn rasten fünf Einsatzwagen mit zirka 40 Kräften des Löschzugs Verl sowie ein Rettungswagen zum Berensweg, dem 22 000 Quadratmeter großen Areal des Unternehmens. Kaum jemand wusste, was auf ihn zukam. Lediglich ein kleine Gruppe um Löschzugführer Erwin Kleinemeier, Martin Wanders, Dirk Fortmeier und Wehrführer Heiner Panreck kannte das inszenierte Übungsgeschehen.

Ammoniak ist ein gefährliches, stark ätzendes Gas, das über die Atemwege wie auch über die Hautatmung schädigend wirkt. Daher war bei diesem GSG-(Gefährliche Stoffe und Güter-)Einsatz höchste Vorsicht geboten. Ruckzuck hatten die Einsatzkräfte mit ihren Fahrzeugen Stellung bezogen, während Firmenmitarbeiter sämtliche Arbeitskollegen aus dem Gebäude geleiteten. Timo Helfbernd und Sven Solyntjes zogen sperrige weiße Gasschutzanzüge an, André Wiesemann und Alexander Ortjohann dagegen legten schwere Atemschutzgeräte an, während die Besatzung der Drehleiter dem Gebäude im Bereich des Kühlturms aufs Dach stieg. Dabei saß jeder Handgriff. Mit der aus der Räucherkammer geborgenen Person (ein so genannter Dummy) kamen die Atemschutzgeräteträger schließlich ins Freie und übergaben sie nach dem Desinfektionsbad dem Rettungsdienst. Gleichzeitig errichteten die Einsatzkräfte noch einen Hydroschild (eine Art Wassersperre).

Aufmerksame Beobachter der Zugübung waren die Astro-Geschäftsführer Kai und Günter Heitmann, Sicherheitsbeauftragter Dieter Schmedtkord, der technische Leiter Ralf Schulte, Betriebsleiter Hubert Heimann und Prokurist Jochen Enste. „Wir haben ein gutes Verhältnis zur Feuerwehr und wir wissen: Wenn es ernst wird, sind sie die einzigen, die uns helfen können“, sagte Enste, während auch Mitglieder der Jugendfeuerwehr mit ihren Betreuern Klaus Ernst und Martin Bitte die Übung verfolgten. In seiner Manöverkritik bezeichnete Wehrführer Heiner Panreck den Einsatz als „eine ganz anständige Übung, bei der in jedem Einsatzbereich alles gut geklappt“ habe. Das Einrollen der gelben Schlauchleitungen und ein Imbiss beendeten die gelungene Zugübung.

Quelle: Die Glocke
Nur mit besonderer Schutzbekleidung näherten sich die Einsatzkräfte des Feuerwehrlöschzugs Verl der Gefahrenzone, um die vermisste Person zu suchen. Bild: Ebbesmeyer
Nur mit besonderer Schutzbekleidung näherten sich die Einsatzkräfte des Feuerwehrlöschzugs Verl der Gefahrenzone, um die vermisste Person zu suchen. Bild: Ebbesmeyer

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